Unsere Interview-Reihe mit Startups und jungen Unternehmern geht weiter. Diesmal haben wir mit Michael von root360 gesprochen, den wir mit seinem Business schon seit einer langen Zeit begleiten dürfen. Das Leipziger Unternehmen bietet Cloud Hosting Management an und bringt Unternehmen in die Amazon Cloud. Zu ihren Kunden gehören nicht nur große Namen wie Sixt Leasing oder Hallhuber, sondern auch kleinere Startups wie SugarShape, die durch die TV-Show "Die Höhle der Löwen" bekannt geworden sind. Auch dieses Jahr betreut root360 einige Startups für "Die Höhle der Löwen". Was er uns darüber verraten hat, jetzt im Interview!

 
Die Gründer Michael Ablass und Steffen Drya von root360

Die Gründer Michael Ablass und Steffen Drya von root360

 

Ihr habt letztes Jahr SugarShape sicher durch "Die Höhle der Löwen" (DHDL) gebracht. Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit und wie hat sich das Zuschaueraufkommen während der Sendung gestaltet?

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Michael: Wir haben SugarShape im Sommer 2016 kennengelernt und schnell einen guten Draht zueinander gefunden. Kleine Anekdote: Als SugarShape mit DHDL auf seinen damaligen Hosting-Anbieter zukam, hat dieser wohl abgewunken und auf AWS verwiesen. Daraus entstand dann auch der Kontakt. 
Cloud Hosting mit hohen Lastanstiegen ist zwar unser täglich Brot, aber zugegebenermaßen war DHDL in diesem Fall auch für uns Premiere. Während der Sendung durften wir circa 80.000 SugarShape Website-Besucher auf unserer Plattform begrüßen. Das waren schon extreme Werte.

Die TV-Show ist für seine starken Zuschauerzahlen bekannt und verschafft den dortigen Startups extreme Reichweite. Wie kann man im Vorfeld den Traffic-Ansturm berechnen und meistern? Gibt es konkrete Kundenanforderungen oder gebt ihr Empfehlungen aufgrund eurer Erfahrungen?

Michael: Die Kundenanforderung lautet: ohne Ausfall der Website durch die Sendung zu kommen! An diesem Punkt setzen wir an und überlegen uns, wie im konkreten Fall eine sinnvolle Lösung aussehen kann. Bei SugarShape war dies ein hochperformanter Mini-Shop für die sogenannte VIB-Box von SugarShape. Dieses Jahr werden wir hingegen ganze Magento und WooCommerce Shops durch die Sendung boxen! Die Herausforderung ist, dass meist weder Shop-Programmierung noch die vorhandene Infrastruktur annähernd auf ein Ereignis wie DHDL vorbereitet sind. 
In Bezug auf die Zugriffe kann man leider nie voraussehen, wie die Zuschauer in einer TV-Sendung wie DHDL auf die Startups reagieren. Somit ist der Ansturm nicht exakt vorhersehbar. Aber natürlich gibt es Richtwerte vom Sender aus der Vergangenheit und von root360-Kunden, die in anderen reichweitenstarken Formaten aktiv waren. 

Gibt es einen sehr großen Unterschied zwischen Zugriffen auf einen Shop oder eine Webseite? Gerade wenn man an gleichzeitige Nutzer und Verweildauer denkt?

Michael: Hier gibt es eine große Bandbreite und vor allem viele Einflussfaktoren. Nehmen wir die VIB-Box von SugarShape: Ein Produkt, welches praktisch für jede Frau relevant ist und vor allem ohne Risiko bestellt werden kann. Diese Kombination hat zum einen eine hohe Anzahl an Zugriffen und zum anderen eine hohe Conversion-Rate zur Folge. Produkte die weniger zu Impulskäufen verleiten z.B. aufgrund des Preises,  haben entsprechend eine geringere Conversion während der Sendung. Was jedoch nicht heißt, dass sich nicht viele Zuschauen hierfür interessieren, die Seite öffnen und sich eine Weile darauf umschauen. Was ich damit sagen will: Genau weiß man es erst nach der Sendung, also lieber gut vorbereitet sein! 

Auch in diesem Jahr betreut ihr wieder mehrere Startups bei Ihrem DHDL-TV-Auftritt. Kann man sagen, dass die Zusammenarbeit mit Sugarshape im letzten Jahr dazu beigetragen hat? Wie sind die Kunden zu euch gekommen?

Michael: Sicherlich haben wir mit SugarShape im letzten Jahr eine gewisse Publikumswirksamkeit erreichen können. Wir können allerdings auch tatsächlich durch viele andere Kunden nachweisen, dass dies keine Eintagsfliege war. Ich denke, dass dies auch der Grund ist, warum wir in diesem Jahr mehrere DHDL-Startups von unserer Expertise überzeugen konnten. Im Gegensatz zu anderen Anbietern aus dem Großraum „Cloud“ arbeiten wir den ganzen Tag mit Unternehmen aus dem Online-Bereich, was sich in unserem Erfahrungsschatz widerspiegelt. Heißt: DHDL ist super spannend, aber eben auch keine Wissenschaft für sich.

Nun betreut ihr ja auch andere Kunden im Hosting. Sind TV-Auftritte schon die extremsten Anwendungsfälle oder gibt es auch andere Szenarien, bei denen Kunden eine hohe Zuschauer-Last abfedern müssen? 

Michael: Ein TV-Format wie DHDL – wie TV im Allgemeinen - ist in Bezug auf die Besucher auf einer Website schon ziemlich extrem, wobei es wenigstens planbar ist. Wir betreuen z.B. Kunden, die AdServer betreiben. Im Gegensatz zum TV wissen wir hier nie, wann extreme Lastspitzen auftreten und wie groß sie sein werden. Ansonsten kann der „große Besucheransturm“  beim richtigen Produkt und dem richtigen Marketing schon durch eine geschickte Facebook Kampagne oder die Nennung der Website in einem YouTube Video losbrechen. Dies betrifft vor allem auch den "Cyber Monday" oder "Black Friday": wenn die Server-Infrastruktur unbeweglich ist, kann das ein Unternehmen wertvollen Umsatz kosten. Normal sind aber eher Szenarien, bei denen die Last innerhalb bestimmter Größenordnungen schwankt bzw. eher signifikante Abweichungen über einen längeren Zeitraum entstehen. So wie auch beim Weihnachtsgeschäft.

Vielen Dank, dass du dich unseren neugierigen Fragen gestellt hast. Wir werden natürlich die Auftritte eurer Kunden gespannt verfolgen!


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