In unserer Interview-Reihe haben wir heute mit Christina und Sandra von TiMMi Transport gesprochen. Das Leipziger Startup hat sich als Mitnahmegelegenheit für Pakete und Co. etabliert - und das nicht nur regional. Wir kennen und arbeiten mit TiMMi Transport schon seit einer Weile und möchten euch das coole Startup mit ihren innovativen Ideen ein weniger näher vorstellen. Auf geht's!

 
Sandra und Christina von TiMMi Transport

Sandra und Christina von TiMMi Transport

 

Beschreibt doch mal kurz was TiMMi ausmacht und was es mit dem Namen auf sich hat!

Sandra: Wir haben ein Unternehmen aufgebaut, was gleichermaßen für Mensch und Natur ist und nicht nur um seiner selbst willen existiert. Wir möchten uns mit TiMMi gegen Ausbeutung stark machen und die Kräfte nachhaltiger Initiativen bündeln. Wir sind auch immer darauf bedacht Mitbewerber nicht als Konkurrenten zu sehen, sondern die Nähe zu ihnen zu suchen und Kooperationen zu starten.
Christina: Genau! Wir sind sehr auf eine nachhaltige Wertschöpfung aus, wollen niemanden aus dem Markt vertreiben, sondern schauen eher, wo es hakt und wo wir eventuell helfen können. Uns ist dabei aber trotzdem wichtig, dass wir eine Wertebasis mit den Kooperationspartnern teilen und so nachhaltig gemeinsam wachsen können.
Sandra: Und der Name "TiMMi" geht auf die Anfänge zurück und begründet sich auf ein Wortspiel mit Namen, stimmt's Chrissi? (lacht)
Christina: (grinst) Ja, das liegt ziemlich weit zurück. Damals saß ich mit meiner Freundin Milindee zusammen und hab mit ihr über die Idee geredet. Mein Spitzname bei ihr war immer "Tina".  Irgendwie haben wir ein bisschen mit unseren Namen herumgespielt und kamen auf TiMMi. Den Namen fanden wir ganz cool, weil er leicht zu merken war, irgendwie freundlich klingt und auch in mehreren Sprachen funktioniert. Wir mussten auch ein bisschen an den Southpark Timmy ("TIMMYYY, TIMMYY!!") denken und fanden das einfach sympathisch.

Wie seid ihr auf die Idee gekommen, eine Mitnahmezentrale für Pakete und Co. in Leipzig zu gründen?

Christina: Wir haben uns gefragt "Wie kann man Dinge CO2 neutral versenden und liefern lassen?". Eine Freundin wollte damals einen eigenen Bioladen in Leipzig aufmachen und hat sich über ihre Lieferungen Gedanken gemacht. Gerade im Winter wäre es ziemlich schwierig, die Produkte alleine mit dem Fahrrad zu transportieren. Außerdem haben wir damals oft BlaBlaCar als Mitfahrgelegenheit genutzt und uns gefragt, warum es sowas nicht auch für Gegenstände gibt. Dann kam die Situation mit den Geflüchteten dazu und die Idee hat sich richtig ausgebaut, weil auf einmal total viel transportiert werden musste und es viele Leute gab, die dabei helfen wollten.
Sandra: Im Lieferdienstsektor muss sich außerdem einfach mal was drehen. Viele nachhaltig orientierte Konsumenten bestellen extra online ihre Produkte, weil es noch so wenig Läden vor Ort gibt, die die eigenen ideellen Ansprüche erfüllen. TiMMi kann diese Konsumenten jetzt umweltbewusst beliefern. Die Idee hat sich inzwischen auch auf Kooperationen mit Fahrradkurieren ausgedehnt, um professionellste und umweltfreundlichste Lieferungen anbieten zu können und ihre Position am Markt zu stärken.

Habt ihr vor, TiMMi auch in anderen Städten zu etablieren und wo soll die Reise hingehen?

Sandra: Auf jeden Fall wollen wir auch in anderen Städten TiMMi etablieren. Wir haben dazu auch schon einige Testläufe gestartet und sind mit 22 Städten in Kontakt.
Christina: Der Plan ist es, ein Kurier-Netzwerk zu schaffen und in den 25 größten Städten Deutschlands die TiMMi-Dienste anzubieten. Momentan spielen Hannover, Dresden, Köln, Karlsruhe und Frankfurt eine große Rolle. Vielen Kurierfirmen warten schon neugierig auf unsere Software - die wollen endlich loslegen! Das witzige ist auch, dass sich die Fahrradkuriere fast alle privat untereinander kennen, nur geschäftlich ist noch niemand auf die Idee gekommen das zu einem großen Netzwerk auszubauen!
Sandra: Tendenziell wollen wir, dass es auf der ganzen Welt TiMMis gibt, die ein Zeichen für Umweltfreundlichkeit und Fairness setzen! (lacht)

Die Kommunikation mit euren Kunden erfolgt zum einen über die Homepage, aber zum Großteil auch über einen Facebook-Chatbot, über den ihr Bestellungen annehmen könnt. Warum habt ihr euch dafür entschieden und was kann euer Bot?

Sandra: Die Idee für den Chatbot hatte eigentlich Lazaros, unser Programmierer. Er hat immer im Blick, was es für neue Technologien gibt oder was gerade gehypt wird. Chatbots stehen da gerade ganz oben auf der Liste. Weil wir sowieso immer gefragt wurden "Habt ihr auch 'ne App?", haben wir uns gesagt, warum nutzen wir nicht gleich einen Bot? 
Christina: Gerade für dieses ganze Lieferungsthema ist ein Chatbot ideal. Man kann einfach seine Lieferanfrage darüber senden, ohne tausend Felder ausfüllen zu müssen. Man bekommt direkt alle Informationen, die man braucht ohne Umwege und gibt die Bestellung interaktiv auf. Das gibt den Benutzern ein positives Gefühl und macht die Informationsbeschaffung emotionaler und lustiger.
Sandra: Um einiges lustiger! Unser Chatbot kann nämlich nicht nur Bestellungen aufnehmen, sondern erzählt auch gern Witze, wenn man ihn danach fragt oder hält Smalltalk mit dir. Und ein paar Liebesgedichte vom Valentinstag hat er auch noch auf Lager. (lacht)
 
 

Wie reagieren denn eure Kunden darauf?

Christina: Die Leute, die unseren Chatbot bereits genutzt haben, fanden ihn richtig cool. Wir haben bis jetzt nur positives Feedback dafür bekommen. 
Sandra: Teilweise sorgt er aber auch noch für Verwirrung, weil die Nutzung von Chatbots und generell Messenger-Diensten für Bestellungen für die meisten noch recht ungewohnt ist. Aber da sind wir ja mit euch von MarkOp schon im kreativen Austausch, um die Sache den Leuten cooler und verständlicher zu vermitteln! 

Neben Facebook seid ihr auch sehr aktiv auf Instagram. Wie schafft ihr es, dass sich eure Community mit TiMMi identifiziert? 

Sandra: Wir sind halt so, wie wir sind und bauen unser Unternehmen nach unseren Idealen auf. Wir sind authentisch! Unsere Community hat sich ja vor allem hier in Leipzig aufgebaut und teilt nicht nur den Standort mit uns, sondern auch unsere Werte. 
Chrissi: Außerdem packt die Idee einer Mitfahrzentrale für Dinge die Menschen. Bei TiMMi kann jeder aktiv werden, egal ob als professioneller Fahrradkurier, als privater Auftraggeber oder als privater Fahrer. Jeder kann hier seinen Beitrag zu einer umweltfreundlichen Logistik beitragen. Das vereint die Menschen auch irgendwie, sodass Auftraggeber und Fahrer ins Gespräch kommen oder sich auch im Nachhinein auf einen Kaffee treffen. 

Zum Schluss unsere beliebte Frage: Welche Tipps und Empfehlungen würdet ihr anderen Gründern mit auf den Weg geben?

Sandra: Das wichtigste ist wirklich, dass man sich ein gutes Team aufbaut, dem man vertrauen kann. Man sollte sich immer fragen, ob man auch in Notfällen auf die volle Unterstützung seiner Teammitglieder hoffen kann. Vor allem in anstrengenden und enttäuschenden Phasen ist es wichtig, dass man zusammenpasst. Es kann nämlich manchmal wirklich ein schwerer Weg sein.
Aber wann, wenn nicht jetzt? Versucht es einfach! Man wird hierzulande so gut unterstützt und kann durch Fördermittel seine Idee testen und sich Feedback einholen, ohne sich dabei in den finanziellen Abgrund zu stürzen. Mehr als schiefgehen, kann es doch nicht!

Vielen Dank ihr Beiden für dieses spannende Interview und die interessanten Fakten zu eurer Community und den Chatbot. Wir wünschen euch weiterhin viel Erfolg und freuen uns schon auf weitere Projekte mit euch!


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