Von den Anfängen bis KI: Alice spricht über 10 Jahre MarkOp
MarkOp wird in diesem Jahr zehn Jahre alt – ein Zeitraum, in dem sich Marketing grundlegend verändert hat. Was als mutiger Schritt begann, entwickelte sich in einer Branche, die sich permanent neu erfindet. Im Gespräch mit unserer Chef-Redakteurin Laura blickt Geschäftsführerin Alice auf die frühen Tage von MarkOp zurück, spricht offen über Herausforderungen, Lernkurven und darüber, wie Künstliche Intelligenz heute nicht nur Tools, sondern Denkweisen verändert.
Laura: Lass uns kurz die Zeitmaschine anwerfen, Alice. 2016 war die Welt noch eine andere. Was war der eigentliche Funke, der zur Gründung von MarkOp geführt hat?
Alice: Ich denke diesen einen Funken gab es nicht. Manchmal steht man einfach vor Entscheidungen und dieser Moment führte vor zehn Jahren dazu, dass ich ein Gewerbe angemeldet und mich selbstständig gemacht habe. Damals war ich noch allein tätig und an eine Firma mit zehn Mitarbeitenden war da sicher noch nicht zu denken, aber jetzt ich bin wirklich froh und dankbar, dass es dazu gekommen ist und ich den Mut dazu hatte.
Laura: Aller Anfang ist schwer. Wie hast du in dieser ersten Phase Fuß gefasst und was war die steilste Lernkurve, die du in den ersten 12 Monaten meistern musstest?
Alice: Tatsächlich war es wirklich nicht einfach. Da sitzt du allein an deinem Schreibtisch und weißt erst einmal gar nicht, wo du starten sollst. Ich hatte das Glück, dass sich aus meinem damaligen Netzwerk jemand an mich erinnerte, wodurch ich den ersten Kunden hatte. Dann kam die erste Website, das erste kleine Büro, die ersten Buchhaltungsthemen, bald auch die erste Mitarbeiterin und zum Glück auch weitere Aufträge. Gelernt habe ich in dieser Zeit viel - auch viele Dinge die mit Marketing so gar nichts zu tun haben.
„Ich kann nur jedem empfehlen sein Netzwerk so gut es geht auszubauen und zu pflegen.“
Laura: Jede Erfolgsgeschichte hat ihre Kurven. Wenn du auf die letzten Jahre zurückblickst: Welches waren drei große Meilensteine, die MarkOp zu der Agentur gemacht haben, die sie heute ist?
Alice: Es gab mehrere Meilensteine, die MarkOp nachhaltig geprägt haben. Einer davon war, Shopify in 2018 als langjährigen Kunden zu gewinnen – ein wichtiger Vertrauensbeweis, der uns zeigt, dass wir mit unserer Spezialisierung richtig liegen. Auch die Umfirmierung zur GmbH im Jahr 2024 war ein wichtiger Schritt, weil sie den Übergang hin zu einer wachsenden Agentur markiert hat.
Der vielleicht wichtigste Meilenstein sind jedoch die Menschen, die Teil von MarkOp geworden sind. Jedes neue Teammitglied bringt eine eigene Perspektive, neue Energie und diesen entscheidenden Funken mit.
Laura: Das Marketing von 2016 hat mit dem von 2026 fast nur noch den Namen gemeinsam. Was ist für dich die gravierendste Veränderung in der Art, wie wir heute Kommunikation betreiben?
Alice: Zehn Jahre sind hier wirklich eine sehr lange Zeit und gerade in den letzten drei Jahren hat sich noch einmal so viel getan. Die größte Veränderung ist für mich, dass Kommunikation heute nicht mehr punktuell stattfindet, sondern permanent. Das macht alles sehr schnelllebig und somit eine zielgerichtete Ansprache noch anspruchsvoller. Und gerade weil sich so vieles beschleunigt hat, gewinnen Glaubwürdigkeit, Vertrauen und persönlicher Austausch noch mehr an Bedeutung. Menschen spüren sehr genau, ob Kommunikation Tiefe hat oder nur existiert.
Laura: Wir kommen am Elefanten im Raum nicht vorbei: Künstliche Intelligenz. Verliert das Marketing durch die Automatisierung nicht ein Stück weit seine Seele – oder ist das Gegenteil der Fall?
Alice: Ich denke, es ist das Gegenteil!
„Je mehr KI-Content die Welt flutet, desto wertvoller wird echte, menschliche Kreativität.“
Natürlich kann man KI nutzen, um schneller und effizienter Recherchen durchzuführen, aber die strategische Ausrichtung mit all ihren Entscheidungen und die Empathie bleiben vorerst beim Menschen.
Laura: Hand aufs Herz: Wo gehobelt wird, fallen Späne. Gibt es eine Geschichte aus den letzten 10 Jahren, über die ihr heute lacht, die damals aber purer Stress war?
Alice: Naja, damals hatte ich noch kein Team, aber dass ich auf meiner Hochzeitsreise Pressemitteilungen für Kunden schreibe und veröffentliche, hätte ich wohl auch nicht gedacht. Schmunzeln mussten wir auch gemeinsam mit einem Kunden, als wir zu einem Meeting gegenseitig zueinander gefahren sind und uns dann verpasst haben. Zum Glück saßen wir alle in Leipzig und der Anfahrtsweg war nicht so weit.
Laura: Wagen wir den Blick in die Glaskugel: Wo steht die Marketing-Welt in weiteren 10 Jahren? Werden Agenturen dann noch so arbeiten, wie wir es heute kennen?
Alice: Man kann nicht mehr zehn Jahre in die Zukunft schauen. Selbst drei Jahre sind schwierig, so schnell wie sich die Märkte, Technologien, Trends und Tools gerade entwickeln. Kurzfristig denke ich schon, dass Vertrauen immer bedeutender wird und es für Menschen wichtiger sein wird, KI und Non-KI unterscheiden zu können. Echte Meinungen sind wichtig und werden es kurz- bis mittelfristig immer sein.
Laura: Und ganz konkret für MarkOp: Welches Ziel oder welches „Traumprojekt“ steht auf deiner Liste für die nächsten Jahre ganz oben?
Alice: Ich möchte, dass wir ein angesehener Teil der regionalen Marketing-Landschaft werden. Nicht, weil unser Fokus ausschließlich regional wäre – unsere Kundinnen und Kunden sind international und überregional aufgestellt –, sondern weil ich überzeugt bin, dass starke Arbeit immer auch dort Wirkung entfalten sollte, wo sie entsteht.
Wenn du nach meinem Traumprojekt fragst, eine Niederlassung in Skandinavien! Ich liebe den Norden und dort mit MarkOp zu arbeiten und das auch allen Mitarbeitenden zu ermöglichen wäre ein Traum.
Laura: Wenn du der Alice von vor 10 Jahren heute einen kurzen Satz zurufen könntest – welcher wäre das?
Alice: Vertraue deinem Bauchgefühl etwas früher.
Laura: Vielen Dank für diese Einblicke Alice. 10 Jahre MarkOp zeigen, dass Beständigkeit und Zukunftsorientierung kein Widerspruch sein müssen. Auf die nächsten 10 Jahre und darauf, dass uns die Ideen (und der Kaffee) niemals ausgehen!
Alice: Auch von mir ein herzliches Dankeschön an unser fabelhaftes Team und an alle Kundinnen und Kunden, die uns die letzten Jahre ihr Vertrauen geschenkt haben. Ohne diese Zusammenarbeit und den gemeinsamen Austausch wäre MarkOp nicht das, was es heute ist.