Amazon ist nicht nur ein allseits bekannter E-Commerce-Riese, sondern hat sich in den letzten Jahren zur Produktsuchmaschine Nummer eins gemausert und sticht dabei sogar Google aus. Mehr als 40% der Internetnutzer starten eine Produktsuche direkt über Amazon und greifen nicht erst auf Google zurück. Kein Wunder, dass die Plattform für Händler deshalb ein attraktiver Vertriebs- und Marketingkanal ist. Amazon-Händler haben es aber mitunter nicht einfach mit ihren Produkten zu bestehen und müssen sich, ähnlich wie bei Google, um SEO kümmern. Welche Keyword-Optimierungen hierbei eine wichtige Rolle spielen, erfahrt ihr jetzt.

 
 

Amazon kann für Händler ein wahres Paradies sein. Mit teilweise 30 Millionen (MIL-LIO-NEN ! ! !) Unique Visitors pro Monat gilt die Plattform als Top-Onlineshop in Deutschland. Und das Beste: die Besucher kommen mit einer klaren Kaufabsicht auf diese Seite – ein Traum für jeden Verkäufer! Diese riesige Reichweite wollen sich viele Händler natürlich nicht entgehen lassen und so haben sich bereits 55.000 aktive Händler auf amazon.de angesiedelt, um ein Stück von der Amazon-Torte ab zubekommen. Sie träumen von massenhaft Traffic, neuen Kunden und hohen Umsätzen. 

Bei 237 Millionen deutschen Produkten auf der E-Commerce-Plattform nicht unterzugehen, kann allerdings zu einer Herausforderung werden. Deswegen heißt es für aktive Händler sichtbar und auffindbar werden, sonst platzen die Träume von Traffic und Umsatz. Die Grundlage für eine optimale Auffindbarkeit auf Amazon, ist eine sorgfältige Keyword-Optimierung der Produkte. Amazon kennt hier keine Gnade: ein Produkt wird nur gefunden, wenn ALLE Keywords, nach denen der Kunde gesucht hat, auf der Produktseite gefunden werden. Also, ran an den Speck!

Die Backend Suchbegriffe im Amazon Seller Central

Amazon bietet im Backend für die Verkäufer direkt fünf Felder an, um relevante Suchbegriffe zu hinterlegen. Diese sind im Frontend nicht mehr sichtbar aber stellen für den Marketplace-Händler sicher, dass sein Produkt bei bestimmten Suchanfragen gefunden werden kann. 

Tipp 1: Gesamten Platz nutzen

Leider kursiert auf einigen Ratgeber-Seiten immer noch das Missverständnis, dass in die fünf Felder für „Allgemeine Schlüsselwörter“ jeweils ein Keyword Platz findet. Dadurch haben viele Händler bisher viel Platz für Suchbegriffe verschenkt. Denn: in die freien Felder finden jeweils 1.000 Zeichen Platz und die einzelnen Keywords können, durch Leerzeichen getrennt, hintereinander weg eingetragen werden. Nutzt diesen Platz aus, denn je mehr Schlüsselwörter im Backend, desto höher ist die Anzahl der Keywords, über die euer Produkt in der Suche gefunden werden kann. Die Position und Reihenfolge der Begriffe in den Eingabefeldern spielt dabei keine Rolle, denn Amazon behandelt alle Suchbegriffe als zusammenhängendes Keyword-Set.

Tipp 2: Vergiss Platinum Keywords

Unter den allgemeinen Schlüsselwörtern befindet sich Platz für Platinum Schlüsselwörter. Diese sind allerdings nur für wenige Händler mit Platinum Status von Bedeutung. Alle Händler ohne diesen Platinum Status können die Platinum Keywords einfach außer Acht lassen, denn diese tragen nicht zur Auffindbarkeit oder zur Relevanzberechnung durch Amazon bei.

Tipp 3: wiederhole keine Keywords

Es spielt keine Rolle ob du Schlüsselbegriffe wiederholst. Es bringt dir weder Vor- noch Nachteile, da es für den Amazon Rankingalgorithmus nicht relevant ist. Hast du ein Keyword bereits im Titel oder der Beschreibung, brauchst du es nicht noch einmal in den allgemeinen Schlüsselwörtern aufzunehmen.  

Tipp 4: Groß-und Kleinschreibung, SIngular und Plural, Umlaute und Füllwörter weglassen

Die Groß- und Kleinschreibung, Singular- oder Pluralform oder Umlaute und Füllwörter sind für den Rankingalgorithmus irrelevant. Es reicht entweder die Singular oder die Pluralform zu verwenden, denn Amazon weiß, dass die jeweils andere Form dazugehört. Amazon versteht außerdem, dass „Mülleimer“ das gleiche wie „Muelleimer“ ist und berücksichtigt das Keyword automatisch, weshalb du dir Umlaute sparen kannst. Füllwörter werden von Amazon ebenfalls außer Acht gelassen. Es ist also egal ob du „Tasse für Kaffee“ oder „Tasse aus Keramik“ schreibst, Amazon wird diese kleinen Einschub-Wörter eh ignorieren. Spart euch lieber die Zeit! 

Tipp 5: mit Bindestrichen alle Schreibvarianten abdecken

Heißt es nun „push-up“, „pushup“ oder doch „push up“? Einige Keywords werden von Kunden mal mit und mal ohne Bindestrich geschrieben und gesucht. Um alle Schreibweisen abzudecken, empfiehlt es sich, die Variante mit dem Bindestrich zu wählen, denn damit weiß Amazon automatisch, dass auch die anderen beiden Schreibweisen berücksichtigt werden müssen.

Tipp 6: Satzzeichen oder Anführungszeichen weglassen

Bis auf Bindestriche solltet ihr alle anderen Satzzeichen weglassen. Die einzelnen Keywords werden statt durch Kommas nur durch Leerzeichen getrennt. Anführungszeichen könnten sich darüber hinaus sogar negativ auf die Auffindbarkeit eures Produktes auswirken, denn dann wird der Artikel nur bei 100-prozentiger Übereinstimmung und exakter Schreibweise in der Amazon-Suche gelistet. 

Titel, Attribute und Beschreibung

Neben den Suchbegriffen im Backend gibt es mit dem Titel, der Beschreibung und den Attributen noch weitere wichtige Schaltstellen für eure Keywordoptimierung.

Tipp 1: Titel optimieren

Der Titel deines Produktes ist die wichtigste Position für dein Keyword, deswegen sollten hier die relevantesten Schlüsselbegriffe auftauchen. Hier gilt: je mehr Keywords ihr in den Titel packt, desto besser ist die Chance für verschiedene Suchanfragen gut gelistet zu werden. Finden nur wenige Keywords im Titel Platz, wird das Produkt für genau das platzierte Keyword relevanter. In den Titel gehört die Marke und der Produktname, das Material, die Farbe (sofern sinnvoll) und Größe sowie die enthaltene Menge.

Tipp 2: Attribute/ Bullet Points optimieren

Nach dem Produkttitel und den hinterlegten Suchbegriffen spielen die Attribute auf der Produktseite die nächste wichtige Rolle bei der Keyword-Optimierung. Hier könnt ihr maximal fünf Attribute bzw. Bullet Points anlegen, die dem Besucher einen ersten Überblick und Mehrwert über die wichtigsten Merkmale des Produktes gibt. Da sich diese Attribute in unmittelbarer Nähe des Produktbildes und des Titel befinden, sind sie noch wichtiger für die Relevanz als die Beschreibung. Hierbei gilt allerdings, dass nicht nur Keywords aneinander gereiht werden, sondern ein guter Lesefluss erzeugt werden muss. Nutzt den Platz, der euch zur Verfügung steht, ruhig aus. Es spielt auch hier keine Rolle wo die Keywords in den Bullet Points platziert werden. 

Tipp 3: Beschreibung optimieren

Wenn ihr Glück habt und ein Besucher sich für euer Produkt interessiert, scrollt er wahrscheinlich bis zur Produktbeschreibung, in der ihr mit maximal 2.000 Zeichen das Produkt ausführlich beschreiben könnt und solltet. Ihr habt hier Platz, um viele relevante Informationen (und dabei auch Keywords) unterzubringen. Diese Beschreibung sollte lesbar, nicht zu kurz und gut strukturiert sein. Denn so könnt ihr Besucher länger auf eurer Seite behalten, was wiederrum einen positiven Effekt auf die Relevanz eurer Produktseite hat.

Kostenlose Tools zur Keyword-Suche bei Amazon

Ihr wisst nun wie ihr eure Keywords optimiert, sodass euer Produkt besser auf Amazon gelistet wird. Aber wisst ihr auch, welche Keywords ihr verwenden solltet? Wir haben noch 4 Tools für euch, die euch neben der Auto-Vervollständigung bei Amazon helfen können neue und relevante Keywords zu finden.

#1: Google Keyword Planner: Nutzt den Google Keyword Planner wie gewohnt, um mithilfe von Wortgruppen, Websites oder Kategorien auf neue Keywords zu kommen, an die ihr vorher vielleicht gar nicht gedacht hattet. Diese könnt ihr dann mit den folgenden Tools konkretisieren. 

#2: Sonar: Dieses Tool gibt euch einige Ideen für die Erweiterung eures Keywords und schätzt grob ein,  wie das Suchvolumen dafür ist. Das Tool ist kostenlos, einen Erweiterung könnt ihr 14 Tage lang kostenlos testen.

#3: Keywordtool.io: Funktioniert wie Sonar, allerdings wird hier keine (kostenlose) Einschätzung des Suchvolumens gegeben. Darüberhinaus kann das Tool auch für die Google-, Youtube-, Bing- oder App Stor-Suche genutzt werden.

#4: amz.sistrix: Sistrix hat sich für alle Amazon E-Commerce Händler ein nettes Tool ausgedacht, was kostenlos und ohne Anmeldung genutzt werden kann. Hier werden nach der Eingabe eines Suchbegriffs die Suchanfragen aufgezeigt, die besonders häufig in diesem Zusammenhang vorkommen. Außerdem wird der durchschnittliche Preis der Produkte sowie die durchschnittlichen Bewertungen angezeigt, was Aufschluss über die Interaktion und das Kaufverhalten der Nutzer gibt. Pro Tag können hier 25 Keyword-Recherchen durchgeführt werden. 


Ihr seid Marketplace-Händler und baucht Unterstützung bei der Optimierung eurer Produktseiten? Wir stehen euch gern zur Seite! Schreibt uns dazu gern eine Mail oder kontaktiert uns direkt über unser Kontaktformular.


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