Facebook, Twitter und XING sind im Marketing-Mix vieler Unternehmen schon seit einigen Jahren angekommen und haben sich als Marketingkanäle zunehmend bewährt. Doch die Konkurrenz schläft nie, auch Snapchat und Instagram gehören heutzutage zum festen Markenauftritt eines Unternehmens. Wir haben das Mal für euch unter die Lupe genommen und Sinn und Unsinn beider Kanäle zusammengefasst.

Snapchat

Snapchat war lange Zeit auf der Überholspur und hat auch in Deutschland einen echten Hype-Status erreichen können. Doch dann der herbe Rückschlag, vor einiger Zeit musste die App einiges einstecken . Nichtsdestotrotz bleibt Snapchat ein wichtiger Kanal - vor allem wenn man eine junge Zielgruppe ansprechen will.  In Deutschland zählen wir knapp 6 Millionen wöchentliche Nutzer, die die Geister-App auf ihrem Smartphone verwenden. Auffallend ist, dass die Nutzer sehr jung sind: laut einer Statistik sind lediglich 13 % der aktiven Nutzer in Deutschland älter als 35 Jahre.  

 

Für diejenigen die sich bisher noch nicht mit der App befasst haben, klären wir euch zunächst einmal auf. Bei Snapchat können Videos oder Bilder gepostet bzw. in privaten Chats verschickt werden. Das Besondere daran ist, dass diese dann höchstens 10 Sekunden angesehen werden können. Teilt man seinen Snap als Story, ist er sogar 24 Stunden sichtbar. Snapchat ist vor allem eins: jung, bunt und kreativ. Wer hier mitziehen will, muss seine Inhalte amüsant verpacken können - zur Not mit Hilfe von Emojis, Filtern und Fingermalerei.

SINN VON SNAPCHAT:

1. Snaps sind grundsätzlich nicht öffentlich, sondern können nur von Freunden gesehen werden. Das kann zum Vor-und Nachteil für Unternehmen werden. Auf jeden Fall muss der Empfänger dem Unternehmen aktiv folgen, um dessen Inhalte zu sehen und lässt sich i.d.R. aktiver auf Snaps ein.

 2. Mit der App lassen sich gute Geschichten erzählen. Das gilt auch für Unternehmen, bei denen Begriffe wie „Visual Content“ sowieso schon weit oben auf der To-Do-List stehen. Mit Snapchat Stories können Unternehmen ihre Zielgruppe auf emotionaler Ebene einfangen. Emojis, Filter und Effekte mit dem Malstift lassen Werbebotschaften dabei natürlicher und authentischer wirken.

3. Snapchat lässt viel Spielraum für. Real-Time-Berichterstattungen sind dabei gern gesehener Content. Die App lässt außerdem Freiraum für Experimente. Das Publikum ist weniger kritisch und das Unternehmen muss kaum fiese Kommentare bei Fehltritten befürchten, da die Snaps ja sowieso zeitnah verschwinden.

4. Spontanität und Experimentierfreude ist nicht jedermanns Sache. Zum Glück gibt es seit 2016 die Möglichkeit mit den Snapchat „Memories“ vorproduzierten und professionell aufbereiteten Content hochzuladen.

5. Unternehmen haben bei Snapchat mittlerweile einige Möglichkeiten, um aufzufallen. So ermöglicht Snapchat eine professionelle Kooperation in der Funktion „Discover“, welche die Nutzer mit hochwertigen und regelmäßigen Story Updates der Unternehmen versorgt. Außerdem können relativ günstig firmeneigene Geofilter für einen gewissen Umkreis erstellt werden.

6. Die Inhalte der App geistern nicht wie bei Facebook oder Twitter im Neuigkeiten-Stream umher, bis sie sich darin verlieren, sondern gelangen direkt per Notification zum Empfänger- und nehmen dabei sogar noch den gesamten Smartphone-Bildschirm im Hochformat ein.

7. Ebenso bietet Snapchat Unternehmen die Möglichkeit, Links einzufügen. User können durch ein Swipe Up, ähnlich wie bei Instagram, auf externe Beiträge, Shops oder Seiten gelangen.

 
Beispiel Snapchat Ansicht Memorys

Beispiel Snapchat Ansicht Memorys

Beispiel Snapchat Geofilter "Leipzig"

Beispiel Snapchat Geofilter "Leipzig"

Unsinn von Snapchat:

1. Die Zielgruppe der App ist bisher noch sehr jung. Zwar steigt die Zahl der Nutzer ab 35 Jahren, doch für viele Unternehmen befindet sich die richtige Zielgruppe nur auf anderen Kanälen. 

2. Snapchat bietet keine Möglichkeit klassische Profile mit Biografie-Angaben anzulegen.

3. Die Anzahl der Follower ist für sich und andere nicht einsehbar. Bisher wird nur angezeigt, welche Personen das eigene Profil zuletzt geaddet haben.

4. Ein weiteres Manko ist, dass man Inhalte nicht einfach teilen oder liken kann. Somit ist für Unternehmen ohne den Ad Manager nur schwer abzuschätzen, ob die Inhalte gut ankommen. 

Snapchat Fazit: 

Snapchat ist nach wie vor auf Wachstumskurs – auch in Deutschland! Macht es also Sinn für Unternehmen auf Snapchat unterwegs zu sein? JEIN! Wenn ihr eine sehr junge Zielgruppe ansprechen wollt, ihr viel Kreativität und Zeit für spontane Posts habt, dann probiert es aus! Seid euch allerdings im Klaren darüber, dass ihr euren Erfolg oder Misserfolg auf Snapchat bisher nur über den Ads Manager messen könnt.


Instagram

Im Gegensatz zu Snapchat sind auf dem Bilder-Netzwerk Instagram schon seit geraumer Zeit eine Vielzahl an Unternehmen etabliert. Und das hat einen guten Grund: laut offiziellen Angaben waren 2019 über 15 Mio. Nutzer auf dem Kanal aktiv. 80% aller Instagram-Nutzer folgen mindestens einem Unternehmensprofil. Die Zielgruppe ist auch hier mit einem Durchschnittsalter von 29,22 Jahren eher jung. Etwa 4 Mio. der Nutzer sind zwischen 20-24 Jahre alt, gleich danach folgen die 25- bis 29- Jährigen mit ca. 3,4 Mio., etwa 2,4 Mio. der App-User sind zwischen 13 und 19 Jahre alt. Die Interaktion der Nutzer mit den Inhalten ist dabei größer als auf Social Media Kanälen wie Facebook. 2016 belegt Instagram noch vor Snapchat Platz fünf der beliebtesten Apps in Deutschland, 2019 finde wir Instagram lediglich auf Platz 8 der beliebtesten Apps. Bezeichnend jedoch: Snapchat schafft es nicht mehr unter die Top 10.

Bei Instagram werden vor allem Bilder, Videos und Stories geteilt, die ähnlich wie bei Snapchat vorrangig aktuell, amüsant oder ästhetisch sein sollten. Die Bilder müssen dabei dennoch echt und greifbar bleiben. Auch bei Instagram können Inhalte als Direktnachricht an einzelne oder mehrere Personen verschickt werden.

 

Sinn von Instagram:

1. Wie bei Snapchat auch, müssen die User einem Unternehmen aktiv folgen, um dessen Inhalte regelmäßig im Newsfeed zu sehen. Dadurch ist der Nutzer automatisch offener für die geposteten Beiträge und unterschwellige Werbebotschaften. Besonders gut für Firmen ist außerdem, dass es keinen Algorithmus gibt, der Posts ausblendet. Das heißt, wer mir folgt, sieht auch meine Inhalte.

2. Auch bei Instagram setzen Firmen auf Visual Storytelling. Mit meist professionell aufgearbeiteten Inhalten kann die Markenbekanntheit gestützt werden, Produkte vorgestellt oder ganze Kampagnen verbreitet werden. Spontane Bilder, einen Blick hinter die Kulissen oder Schnappschüsse von Veranstaltungen, Ausflügen oder Produkten werden hierbei besonders gern als Mittel eingesetzt.

3. Das Bilder-Netzwerk bietet Unternehmen die Möglichkeit spezielle Unternehmensprofile anzulegen. Die Kontaktmöglichkeiten können so durch Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen verbessert werden. Das Profil verfügt dann zusätzlich über einen Kontakt-Button.

4. Unternehmensprofile haben seit 2016 die Möglichkeit, bereits veröffentlichte Inhalte zu bewerben. Außerdem haben Unternehmen mittlerweile Zugriff auf Instagram-Statistiken und können sich beispielsweise Alter, Standort, Interaktion und Geschlecht ihrer Follower anzeigen lassen.

5. Bei Instagram ist es ein gängiges Mittel seine Posts mit Hashtags zu spicken, um die Reichweite zu erhöhen und besser gefunden zu werden. Unternehmen können auch eigene Hashtags etablieren, um so überblicken zu können, wer über die eigene Marke schreibt. Hier habt ihr eine ausführliche Liste zu den beliebtesten Hashtags. 

6. Wo wir gerade beim Suchen und Finden sind: auch bei der Google-Bildersuche gehören die Fotos, die bei Instagram veröffentlicht wurden, zu den ersten Treffern.

7. Die Inhalte können leicht auf anderen Kanälen geteilt werden und Nutzer können mit Likes und Kommentaren interagieren. Somit kann man direkt sehen, wie ein Beitrag performt. Allerdings muss man hierbei auch wieder negative Kommentare in Kauf nehmen.

8. Verifizierte Mitglieder können Links in die Stories einfügen, und so auf Produktseiten, Blogbeiträge oder Webseiten weiterleiten. Die platzierten Links werden über einen „Mehr anzeigen“- Button direkt in der Story abgebildet. Durch Anklicken oder nach oben wischen, öffnet sich der Link innerhalb der Instagram App. 

9. Instagram ermöglicht es Live Videos nach der Ausstrahlung für 24 Stunden als Story zu speichern, sodass noch mehr Menschen das Video sehen können.

10. Seit einiger Zeit können Unternehmen, die ihren Account bereits in ein Business-Profil umgewandelt haben, über Instagram-Shopping ihre Produkte und Dienstleistungen verkaufen. Neben der Voraussetzung der Erstellung des Business-Profils, muss der Nutzer dieses Profil mit einem Facebook Produktkatalog verbunden haben. Sind diese beiden Bedingungen erfüllt, kann ein Unternehmen seine Produkte bequem über das Bilder-Netzwerk verkaufen.

 
Beispiel Unternehmsprofil adidas mit Kontaktbutton

Beispiel Unternehmsprofil adidas mit Kontaktbutton

 
Beispiel adidas Link in Story

Beispiel adidas Link in Story

UNSINN VON INSTAGRAM

1. Instagram-Posts können nicht offiziell geplant werden. Abhilfe schaffen hier lediglich Tools wie Buffer oder Later. Nachteil: die Tools sind in der Regel mit Kosten verbunden.

2. Ein großer Nachteil ist, dass Links in den Bildbeschreibungen nicht angeklickt werden können. Möchte man einen Link zu einer Landingpage teilen, muss man diesen in seinem Profil unter „Website“ speichern, damit er klickbar wird. Deswegen liest man bei Instagram so oft „Link in Bio“.

FAZIT: 

Viele Unternehmen machen es vor und zeigen, es macht auf jeden Fall Sinn auf Instagram unterwegs zu sein. Ein weiterer Kanal, wo ihr mit eurem Unternehmen glänzen und dabei eine recht große Zielgruppe abdecken könnt. Aber denkt dran: bleibt authentisch und greifbar, denn niemand hat mehr Lust sich eingestaubte Werbefilmchen anzusehen.

Wie sich die beiden Apps in Zukunft für Unternehmen weiterentwickeln werden, halten wir hier regelmäßig fest!


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