Wenn wir unsere Kunden vor der Marketingbetreuung fragen, welcher Kanal bisher am lukrativsten für das Unternehmen war, bekommen wir nicht selten zu hören: „Wir wurden einfach empfohlen!“. Mund-zu-Mund-Propaganda und Empfehlungen gehören nach wie vor zu einem der wichtigsten Marketing-Trigger. Wie Empfehlungsmarketing über Facebookgruppen noch weiter angekurbelt werden kann und wie Unternehmen sich eine eigene Gruppe aufbauen, zeigen wir euch jetzt!

 
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Facebook Gruppen sind in etwa so alt wie Facebook selbst und dienten bisher dazu Freunde, Bekannte, Familien und Interessensgruppen in einer Art privaten Raum zu verbinden. Mehr als eine Milliarde Menschen weltweit sind aktive Nutzer von Facebook Gruppen – Tendenz steigend. Bisher war es nur Privatpersonen möglich eine Gruppe zu erstellen. Seit dem Sommer 2017 können aber auch Unternehmensseiten auf Facebook eine Gruppe erstellen und diese mit der Fanpage verknüpfen. 

Als Unternehmen Facebook-GruppeN erstellen

Auf eurer Unternehmensseite findet ihr links im Menü einen Tab namens „Gruppen“, den ihr öffnen müsst. Falls ihr diesen Tab nicht seht, geht auf „Einstellungen“ oben rechts. Unter „Seite bearbeiten“ könnt ihr anpassen, welche Tabs auf eurer Facebook-Page zu sehen sein sollen. Beim Punkt „Gruppen“ klickt ihr auf „Tab hinzufügen“. 

Unter diesem Punkt auf eurer Seite findet ihr direkt sehr präsent einen blauen Button, der euch dazu einlädt, eine neue Gruppe zu erstellen. Beim Erstellen müsst ihr zuerst einen aussagekräftigen Namen für eure Gruppe hinzufügen. Dieser muss deutlich machen, worum es bei der Community gehen soll. Als nächstes fügt ihr ein Icon hinzu, mit dem die Gruppe dargestellt wird und wählt die Privatsphären-Einstellung aus. Man unterscheidet hierbei zwischen:

  • Öffentlich - Jeder kann die Gruppe, ihre Mitglieder und deren Beiträge sehen und finden.
  • Geschlossen – Die Gruppe kann von jedem gefunden werden und jeder kann die Mitglieder sehen. Nur Mitglieder können Beiträge sehen. 
  • Geheim – Die Gruppe kann nur von Mitgliedern gefunden und Beiträge nur von Mitgliedern gesehen werden. 
 
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Mit diesen drei ersten Schritten erstellt ihr eure neue Gruppe, die ab sofort auf eurer Unternehmensseite verlinkt ist. Jetzt könnt ihr sie noch mit einen Titelbild personalisieren. Achtet hierbei darauf, dass man durch Logo, Farben und Formen direkt einen Bezug zu eurem Unternehmen erkennt. Fügt außerdem eine Beschreibung und Keywords hinzu, damit die Gruppe von Interessenten gut gefunden werden kann. Ab sofort habt ihr einen neuen Kanal, auf dem ihr Bilder, Videos oder Umfragen posten, Dateien teilen, etwas verkaufen oder Live-Videos starten könnt. Ähnlich wie auf der Fanpage könnt ihr außerdem Veranstaltungen erstellen und Beiträge vorplanen. Alle Einstellungen und Mitglieder könnt ihr jederzeit verwalten und anpassen.

Wofür brauche ich eine Facebook-Gruppe, wenn ich schon eine Facebook-Fanpage habe?

Zugegeben , das ist eine berechtigte Frage - die sich aber leicht beantworten lässt. Gruppen funktionieren im Gegensatz zu einer Unternehmensseite nach dem Many-to-Many-Kommunikationsmodell. Das bedeutet, dass es nicht einen „Sprecher“ gibt, der sich an viele Zuhörer richtet, sondern dass ein reger Austausch zwischen vielen Menschen stattfindet. Es gibt zwar einen oder mehrere Administratoren, aber in der Regel findet eine gleichberechtigte Interaktion zwischen allen Mitgliedern statt. Die Kommunikation ist erfahrungsgemäß in Gruppen viel reger und da sie die Funktion eines Forums einnimmt, oft auch vertrauter und tiefgründiger. Eine Gruppe dient nicht unbedingt dazu, die Markenbotschaften eines Unternehmens zu verbreiten – dafür sollte immer die Fanpage das Mittel der Wahl sein. Sondern hier wird allen Interessenten und potentiellen Kunden ein Raum für den Meinungsaustausch gegeben. Zu guter Letzt haben Gruppen auch den Vorteil, dass Sie vom Facebook-Algorithmus bevorzugt und öfter im Newsfeed angezeigt werden als Seitenbeiträge.

Vorteile von Communities und Gruppen

Wo wir gerade von Vorteilen sprechen – Gruppen haben viele davon vorzuweisen. Je nach Gruppenart und -ziel können diese unterschiedlich sein. Durch eine eigene Gruppe kann man beispielsweise in Austausch mit Gleichgesinnten und Branchenexperten treten und dadurch gegenseitig Wissen austauschen und Beziehungen pflegen.

Im B2C-Bereich sind Gruppen dahingehend erfolgversprechend, da sie die Social Custom Realtionship verbessern können. In einem geschlossenen, privaterem Raum kann man als Teil des Unternehmens an der persönlichen Meinung von Käufern und Interessenten teilhaben, direkt auf Feedback reagieren und sich mit den Wünschen der Zielgruppe auseinandersetzen. Gruppen werden dadurch zu einer Service Plattform, durch die Trust bei potentiellen, neuen Käufern aufgebaut werden kann. 

Des Weiteren eignen sich Gruppen und derartige Communities hervorragend für die eigene Produktentwicklung. Oft entstehen automatisch Diskussionen und Gespräche zwischen Gruppenmitgliedern, aus denen man als Unternehmen Produktanregungen, Kritik und Verbesserungsvorschläge herauslesen kann. Noch eindeutiger wird es, wenn man als Admin unter seinen Mitgliedern eine Umfrage startet. Das hilft nicht nur das eigene Business voranzubringen, sondern gibt den Gruppenmitgliedern auch das Gefühl, etwas bewirken zu können und ernst genommen zu werden.

Ein weiterer Vorteil, den Gruppen für euch bringen, ist User Generated Content. Die Gruppenmitglieder zeigen oft von selbst Bilder oder Videos eurer Produkte in Gruppen, die ihr (natürlich nur mit Erlaubnis) dann wiederum für eure Facebook-Seite nutzen könnt. Damit macht ihr nicht nur auf eure Gruppe aufmerksam, sondern zeigt direkt, dass "echte Menschen" eure Dienstleistungen und Produkte gut finden. Potentielle Interessenten bekommen dadurch eine bessere Vorstellung von euch und bauen Vertrauen auf.

Damit kommen wir auch schon zum stärksten Vorteil, den ihr aus der Nutzung von eigenen Gruppen für euch ziehen könnt – den Empfehlungen. Wenn es darum geht, können Gruppen wirklich zum Flaggschiff werden. In Unternehmensgruppen tauschen sich die Mitglieder über EURE Produkte aus und Mitglieder geben hier in der Regel auch gern bekannt, wenn sie positive Erfahrungen mit Artikeln gemacht haben. Die Mitglieder eurer Gruppe werden dadurch automatisch zu kleinen Influencern, die andere Interessenten anspornen eure Produkte zu testen. In großen Gruppen kann untereinander dann ein regelrechter Hype um ein Produkt entstehen. Außerdem werden Mitglieder von selbst Updates eures Unternehmens in der Gruppe posten, vor allem wenn es um Rabattaktionen oder Produktneuheiten geht. Mit Arbeit und ein wenig Glück entwickelt sich eine regelrechte Fangemeinde, die hinter euch steht und sich gegenseitig motiviert, Neues von euch auszuprobieren.

All diese Vorteile können zum Ziel haben, dass ihr…

mehr Interessenten dazugewinnt.
potentielle Käufer erreicht.
mehr Traffic auf euren Blog, eure Website oder euren Shop lenkt.
euren Markenwert und euer Image stärkt.
euern Umsatz maximiert.
eine Fangemeinde gewinnt, die auch auf eurer Facebook Page stark interagiert und euch den Rücken stärkt.

 
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Für welche Unternehmen eignen sich Gruppen?

Das alles klingt natürlich toll und macht Lust darauf, direkt selbst eine eigene Gruppe ins Leben zu rufen. Auch wenn theoretisch jedes Unternehmen seine eigene Gruppe gründen kann, eignet es sich für die einen mehr, für die anderen weniger. Generell haben wir festgestellt, dass Gruppen vor allem im B2C-Geschäft sehr lukrativ sein können. Das gilt vor allem wenn,

  • Produkte oder Dienstleistungen sehr erklärungsbedürftig sind.
  • Produkte einen Sammelcharakter haben.
  • Produkte einen Überraschungseffekt haben und zum Tauschen einladen.
  • Produkte oder Dienstleistungen zum Selbermachen angeboten werden, z.B. Backzutaten Baumarkt-Artikel, Nähutensilien etc.

Natürlich kann man als Unternehmen auch Gruppen erstellen, in denen man als Experte anderen Tipps gibt, seine Expertise unter Beweis stellt und Fragen beantwortet. Auch Unternehmen mit Produkten, die vielleicht nicht in die Kategorien von oben passen, können ihr Glück versuchen – wichtig ist allerdings immer zu wissen, was ihr damit erreichen wollt.

Was gehört dazu?

Auch wenn es manchmal den Anschein erweckt – eine Gruppe ist normalerweise kein Selbstläufer. Hier braucht es wie bei allen Marketingmaßnahmen eine ordentliche Vorbereitung und Betreuung. Die Gruppe sollte auf jeden Fall in eurer Social Media Strategie Erwähnung finden und ihr müsst euch vorher bewusst werden, welches Ziel ihr verfolgt, welche Zielgruppe ihr erreichen möchtet und wie ihr die Gruppe gestaltet.
Dazu zählen natürlich auch Regeln, die ihr für eure Gruppenmitglieder aufstellen müsst. Um diese Regeln durchzusetzen, gehört unbedingt auch die Administration dazu. Ihr solltet deswegen Admins aus eurem Unternehmen bestimmen (oder vielleicht sogar bereits treue Kunden nach Absprache dazu benennen), die sich um das Community Management kümmern. Die Aufgaben sollten hierbei klar aufgeteilt sein und jeder muss wissen, wer wofür verantwortlich ist. Der eine beantwortet Fragen, der andere kümmert sich um gemeldete Beiträge und ein Dritter bestätigt neue Beitrittsanfragen. Hierbei solltet ihr den Communitymanagern einige Handlungsfreiheiten einräumen und vor allem Vertrauen entgegenbringen, damit auf Fragen und Probleme schnell geantwortet werden kann, ohne wegen vielen Hierarchiebenene im Unternehmen lange auf Antworten warten zu müssen. Bereitet eure Administratoren außerdem auf Krisen vor und legt für einen möglichen Shitstorm Handlungsempfehlungen bereit.
Da die Administratoren zum Gesicht der Gruppe und somit auch zum Gesicht eures Unternehmens werden, sollten sie sich regelmäßig „blicken lassen“, an Diskussionen teilnehmen oder sich Kritik anhören. Denn das kann maßgeblich zum Überleben der Gruppe beitragen. 
Zeigt euren Mitgliedern außerdem regelmäßig, dass sie einen exklusiven Status bei euch haben und für euch wichtig sind. Das erreicht ihr, in dem ihr neue Informationen zuerst in der Gruppe teilt und danach für jeden sichtbar auf der Fanpage. Auch Rabattaktionen speziell für Gruppenmitglieder binden eure Fans noch stärker an euch.

Wie gewinnt man Mitglieder?

Um unsere kleine Gruppen-Anleitung für euch abzurunden, haben wir außerdem noch ein paar Ideen, wie ihr neue Mitglieder für eure neue Community gewinnen könnt.

  1. Als erstes bietet sich da natürlich eure Fanpage an, auf der ihr mit gezielten Posts darauf aufmerksam machen könnt. Auch über Facebook Ads könnt ihr neue Mitglieder gewinnen und gezielt ansprechen.
  2. Crosspromotion kann ein weiterer wichtiger Punkt bei der Akquise sein. Sucht euch thematisch passende Gruppen und macht euch dort mit wertvollen Posts bekannt. Ihr könnt außerdem die Administratoren kontaktieren und um eine Kooperation bitten.
  3. Nutzt eure bereits ergatterten Mitglieder, um neue Fans zu gewinnen. Jeder Facebook Nutzer hat meist dutzende Freunde. Motiviert eure Mitglieder dazu neue Gruppenmitglieder unter ihren Freunden zu werben. Das geht z.B. durch Gutscheinaktionen oder Verlosungen. 
  4. Stelle deine Gruppe und ihre Vorteile auf anderen sozialen Plattformen und deinem Blog vor und zeige den Lesern, welchen Mehrwert sie dadurch haben können.

Zu guter Letzt…

Abschließend möchten wir euch noch ein paar Gruppen mit auf den Weg geben, von denen Ihr euch eine Scheibe abschneiden könnt. Egal, ob diese zu eurer Branche passen oder nicht - hier seht ihr Vorreiter in Sachen Communitymanagement und Gruppenführung:

 Screenshot: Titelbild Facebook-Gruppe pattydoo

Screenshot: Titelbild Facebook-Gruppe pattydoo

 Screenshot: Titelbild Facebook-Gruppe mymuesli

Screenshot: Titelbild Facebook-Gruppe mymuesli

 SCreenshot: Facebook-Gruppe Kreatives Sachsen

SCreenshot: Facebook-Gruppe Kreatives Sachsen